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Johann Christoph Friedrich von Schiller – Dichter und Denker


Er stand auf seines Daches Zinnen
Er schaute mit vergnügten Sinnen
Auf das beherrschte Samos hin.
„Dies Alles ist mir Untertänig“
Begann er zu Ägyptens König
„Gestehe, daß ich glücklich bin,

(Ring des Polykrates J.F.Schiller)



Friedrich Schiller verstehen – Interpretationshilfen…

Friedrich Schiller – Filme, Dokumentationen…

Friedrich Schiller – Sein Leben

Johann Friedrich von Schiller, einer der berühmtesten Dichter und Denker der Weimarer Klassik. Sein Name steht in den großen Hallen seiner Zeit gleich neben denen von Goethe, Wieland und Herder. Er war und ist der größte Dramatiker der jemals deutschen Boden bewohnte.
Seine schöpferischen Fähigkeiten zeigten sich schon im Alter von dreizehn Jahren in Form der beiden Theaterstücke „Absalon“ und „Die Christen“. Die leider im Nebel der Zeit verschwundenen Werke waren der Anfang einer Karriere, wenn nicht sogar einer Epoche, die die Menschen noch viele Jahre später zum Denken anregte und ihre Phantasie beflügelt. 1773 besuchte er die Militärakademie „Hohe Karlsschule“ in Stuttgart wo er eine besonders „ausgewogene und liebevolle Erziehung“ im militärischen Stil erfuhr und zunächst mit einem Rechtsstudium begann. Wahrscheinlich war er deswegen mit fünfzehn auch noch Bettnässer. 1775 wurde die Akademie dann in die Stuttgarter Innenstadt verlegt, wo er sich entschloss, sein derzeitiges Studium zu wechseln und von nun an Medizin zu studieren. Zu dieser Zeit spielten die Werke des „Sturm und Rangs“ eine sehr große Rolle für ihn. Davon inspiriert schrieb er noch im selben Jahr das Drama „Der Student von Nassau“, das leider das selbe Schicksal ereilte, wie seine beiden vorherigen Werke. Doch ein Jahr später verfasste er sein erstes gedrucktes Gedicht mit dem Titel:“ Der Abend“.
In diesem Abschnitt seines Lebens beschäftigte er sich mit den Werken anderer Künstler vergangener und aktuellerer Tage. Man hört von Namen wie Shakespeare, Voltairses, Rousseaus, Plutarchs und wieder einmal Goethe. Diese waren wahrscheinlich auch eine gewisse inspiratorische Quelle für ihn, denn noch im selben Jahr fing er mit dem freiheitlichen Theaterstück „Die Räuber“an. 1781 kam es zur Vollendung des Werkes, dass noch im selben Jahr druckfertig war und bereits ein Jahr später im Manheimer Theater unter der Intendanz Wolfgang Heribert von Dalbergs uraufgeführt wurde. Es erfreute sich großer Beliebtheit, besonders bei der jüngeren Generation, aufgrund seiner freiheitlichen und vielleicht auch revolutionären Eigenschaften. Doch wie es bei so vielen Dingen ist, kommt nach dem Hoch meistens auch wieder ein Tief und so landete Schiller für 14 Tage, auf Geheiß des Herzogs Karl Eugen von Würtenberg, der Schiller das Erscheinen bei der Uraufführung untersagte, im Gefängnis und zusätzlich bekam er ein Verbot, dass ihm das Schreiben untersagte.

Doch da es nicht des freidenkenden Dichters Art ist, vor Verboten zu kuschen, entschloss er sich, mit seinem guten Freund Andreas Streicher aus Stuttgart zu flüchten, um einen anderen Ort zu finden, der ihm und seinen Werken mehr Respekt entgegen brachte. Die beiden Männer führte es zunächst nach Mannheim wo er einen gewissen Herrn Dalberg sein neustes Drama „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ vorlegte.
Zu dem Zeitpunkt befand Schiller sich in einer Zeit des geistigen und körperlichen Aufbruchs. Es folgten Reisen nach Frankfurt am Main, Oggersheim und Bauerbach. 1782 erschien seine Anthologie über das Jahr 1782/83 in dem er auf repräsentative Weise gelang zum Großteil von ihm selber aber auch Gedichte anderer Denker seiner Zeit zu veröffentlichen. Nun begann eine wahrlich unsichere Zeit für Schiller, die viele Höhen und Tiefen beinhaltete, doch keineswegs an seinem schöpferischen Wesen nagte. Beginnend mit dem drohenden finanziellen Bankrott Schillers über die Erkrankung an Malaria bis zur Anwerbung durch den Illuminaten Orden. Die Werke die aus dieser Zeit stammen, schrieben Geschichte und werden noch heute in den meisten Schulen behandelt. Das sich mit dem damaligen Ständekonflikt befassende „Kabale und Liebe“, in dem es um die Liebe des adligen Ferdinand zur Musikertochter Luise geht. Oder das ebenfalls sehr bekannte Stück „Don Carlos“ dass sich den politisch-gesellschaftlichen Auseinandersetzung (der beginn des Achtzehnjährigen Krieges) aber auch den familiär-sozialen Konflikten die in Europa vorherrschten (Intrigen an den adligen Höfen), zum Thema macht.
Anhand dieser Zeilen lässt sich gut einiges über den Charakter Schillers ableiten. Sie zeigen Schillers Persönlichkeit, zeigen ihn als herausragenden Dichter und Denker, als Revolutionär, als Humanist und als einen Menschen, dessen Zuhause die Kunst und Ästhetik der Worte in ihrer höchsten Existenz war. Noch Jahrhunderte später inspirieren seine Werke und regten andere zum Denken an.
Mit dem Namen Schiller ist eine der wichtigsten kulturellen Epochen Deutschland verbunden. Unsere Aufgabe kann es nun sein, sein Erbe über den Lauf der Zeit und der Dinge zu tragen.
Philipp Becker